Die BAURADO UniRiesen mussten unter schwierigen Vorzeichen in der Ballsporthalle Vilsbiburg antreten. Die Rotation war mit acht Spielern knapp, Leander Dalchau stand erstmals seit über einem Monat wieder auf dem Feld. Kurzfristig fiel zudem Niklas Radestock mit einer Fußverletzung aus. Dazu kam die viereinhalbstündige Anreise – alles andere als optimale Bedingungen für eine der lautesten Hallen der Liga. Bereits die Vorgeschichte hatte Spannung garantiert: Erst vor einer Woche lieferten sich beide Teams in Leipzig ein Spektakel über zwei Verlängerungen, dass die UniRiesen dank eines Last-Second-Ausgleichs von David Darko überhaupt erst in die Overtime gerettet hatten. Dass das Rückspiel diese Dramatik noch übertreffen würde, war kaum denkbar – und doch sollte es genauso kommen.
Vor über 700 Zuschauer:innen taten sich die Leipziger schwer. Die Würfe wollten anfangs nicht fallen, Vilsbiburg nutzte den Rückenwind und setzte sich Stück für Stück ab. Zur Halbzeit lagen die UniRiesen mit 47:38 zurück. Auch im dritten Viertel gelang es zunächst nicht, den Rückstand spürbar zu verkürzen, und die Gastgeber bauten ihre Führung auf 67:53 aus. Doch dann startete Leipzig in den mittlerweile vertrauten Comeback-Modus und legte einen beeindruckenden 19:5-Lauf über die Viertelgrenzen hinweg hin. Fünf Minuten vor Schluss stellte Mika Siegert durch zwei Punkte auf 72:72 – die Partie war wieder völlig offen. Vilsbiburg blieb offensiv glücklos, Leipzig hingegen belohnte sich für die eigene Hartnäckigkeit und ging in Führung. 27 Sekunden vor dem Ende stand es 85:83 aus Leipziger Sicht, doch der TSV traf nur einen der fälligen Freiwürfe. Fünf Sekunden vor Schluss gelang auch Leipzig nur ein verwandelter Freiwurf, bevor Vilsbiburg nach einer Auszeit den letzten Angriff bekam. Vincent Jamal Garrett nutzte seine Chance und versenkte einen Dreier zum 87:86-Sieg – die Halle explodierte.
Feliciano Perez Neto zeigte mit 20 Punkten und 12 Rebounds eine starke Leistung und sicherte sich damit bereits sein achtes Double-Double dieser Saison. Ebenso überzeugte Mika Siegert, der ebenfalls 20 Punkte und drei Dreier erzielte. Bei Vilsbiburg punkteten fünf Spieler zweistellig und stellten damit die Ausgeglichenheit der Gastgeber unter Beweis. Trainer Darren Stackhouse zeigte sich nach dem Spiel trotz der bitteren Schlusssekunden kämpferisch und stolz: „Kleinigkeiten sind in solchen Spielen entscheidend. Vilsbiburg hatte den Buzzer Beater – das war schwer auszuhalten. Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie haben alles aus sich herausgeholt und eine unglaubliche Leistung abgeliefert. Schade, dass wir gesundheitlich so angeschlagen waren. Jetzt volle Konzentration auf das Spiel gegen Nördlingen und den bestmöglichsten Spot für die Playoffs zu erreichen.“
Trotz aller Enttäuschung auf Leipziger Seite bleibt festzuhalten: Die beiden Begegnungen gegen Vilsbiburg waren Werbung für den Sport. Letzte Woche hatten die UniRiesen das berühmte Quäntchen Glück mehr, diesmal lag es auf Seiten der Gastgeber. Basketball kann grausam schön sein – und genau das haben diese beiden Spiele eindrucksvoll gezeigt. Beide Mannschaften können stolz auf ihre Leistungen sein.
Bereits morgen wartet die nächste Herausforderung: Um 16 Uhr treffen die UniRiesen in der Brüderhalle auf Nördlingen. Ein wichtiges Spiel im Kampf um die bestmögliche Ausgangsposition – und jede Unterstützung von den Rängen hilft.



