Drama bis zur letzten Sekunde: SV Automation verpasst Sensation gegen Neustadt hauchdünn
Es war eines dieser Spiele, bei denen man am Ende fassungslos auf die Anzeigetafel starrt. In einem absoluten Herzschlagfinale musste sich der SV Automation 61 Leipzig den Gästen der DJK Neustadt a. d. Waldnaab knapp mit 69:71 geschlagen geben. Dabei fehlten am Ende nur Millimeter zur Sensation.
Krysl schockt Leipzig früh – doch die Antwort folgt prompt Die Partie begann denkbar ungünstig für die Hausherren. Neustadts Vladimir Krysl, eigentlich auf der Center-Position zuhause, erwischte einen Sahnetag und streute allein im ersten Viertel unglaubliche vier Dreier ein. Doch Leipzig ließ sich nicht abschütteln. Nach einem ersten Viertel, in dem Jacques Achard sein Team mit 9 Punkten im Spiel hielt, zündete der SV Automation im zweiten Abschnitt den Turbo.
Der 13:0-Lauf: Leipziger Defense-Bollwerk Das zweite Viertel gehörte ganz den Leipzigern. Die Verteidigung stand nun felsenfest, kontrollierte die Rebounds und schaltete blitzschnell um. Durch konsequentes Fast-Break-Spiel überrollten die Gastgeber die Neustädter mit einem spektakulären 13:0-Lauf. Zur Halbzeit leuchtete eine verdiente 49:44-Führung von der Tafel – auch dank Achard, der in dieser Phase weitere 11 Punkte beisteuerte.
Taktik-Schachzug bringt die Wende Nach der Pause reagierten die Gäste. Neustadt stellte defensiv auf eine Zonenverteidigung um – ein Schachzug, der Wirkung zeigte. Die Leipziger Offensive geriet ins Stocken, die Gäste erzwangen zahlreiche Steals und kämpften sich Punkt um Punkt heran. Unter den Körben machte sich nun Rasheed Lamon Reams bemerkbar, der den Leipzigern mit seinen Offensiv-Rebounds das Leben schwer machte und zweite Chancen für die Gäste kreierte.
Die Crunchtime: Atemstille in der Halle Das letzte Viertel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch mit mehreren Führungswechseln. Beim Stand von 69:71 hatten die Leipziger den letzten Ballbesitz. Die Uhr tickte herunter, der Ball fand den Weg zu Johann Tölle. Er setzte zum Dreier an – der Wurf für den Sieg. Der Ball verließ seine Hand, die Sirene ertönte, doch das Spielgerät verfehlte sein Ziel denkbar knapp.
Trotz der ruhigen Kulisse war die Spannung auf dem Parkett bis zur letzten Sekunde greifbar. Am Ende steht eine bittere Niederlage, auf der sich jedoch aufbauen lässt: Wer einen so starken Gegner am Rande der Niederlage hat, muss sich vor niemandem in der Liga verstecken.



