Schwabach macht vor Rekordkulisse Aufstieg perfekt

Die Mädels haben sich für das letzte Spiel einiges einfallen lassen. Es wurden Freikarten verteilt, ein Hallensprecher gewonnen und Klatschpappen gedruckt. Man wollte zum letzten Spiel nochmal vor einer vollen Halle spielen, um mit der Unterstützung den zweiten Platz und damit den Aufstieg in die Zweite Damenbasketballbundesliga perfekt machen. Zu Gast war der bereits feststehende Meister der Regionalliga Südost - TG Würzburg 2. Diese Mannschaft, die auch einen Großteil des Zweitligakaders stellt, kann nicht aufsteigen, da eben die erste Mannschaft bereits in der Zweiten Liga vertreten ist. Würde Würzburg mit einer B-Mannschaft kommen, da die Meisterschaft ja schon unter Dach und Fach war, oder bieten sie alles auf, was sie haben, da die Zweite Liga bereits abgeschlossen ist und sie ihren Meistertitel mit einem Sieg feiern möchten? Letzteres war der Fall. Mit Rebekka Jäger (zweites Spiel in der Regionalliga) und Jessica Schiffer (Jugendnationalspielerin) war der Kader mit Spielerinnen, die bereits in der ersten Mannschaft Leistungsträger sind, hochkarätig besetzt. Auf Schwabacher Seite fehlte immer noch Topscorerin Anna Furman, die das Spiel auf der Bank verfolgen musste.

Es war also alles angerichtet für ein richtiges Topspiel. Die beiden Teams waren offensichtlich von der Anzahl der Zuschauer sichtlich beeindruckt und agierten in den Anfangsminuten äußerst nervös. Kerstin Wägner war es dann überlassen mit einem "And-one" das Scoring der Gastgeber zu eröffnen. Bereits im ersten Viertel war die Intensität auf einem super Level und die Verteidigung gab den Angreiferinnen auf beiden Seiten wenig Platz. Bis zum Ende des ersten Viertels konnte sich Schwabach tatsächlich etwas absetzen. 18:11

Im zweiten Viertel ließ man sich wie schon im Pokal von der Gästepresse aus der Ruhe bringen. Fast fünf korblose Minuten und die Führung der Gäste waren die Folge. Anschließend fing sich die Schwabacher Garde und brachte wieder Struktur in die Angriffe. Immerhin konnte man zur Halbzeit wieder fünf Punkte zwischen sich und den Gast bringen. 27:22

In der Halbzeit war klar, dass man das Spiel wohl nur gewinnen kann, wenn man in der Verteidigung das Wahnsinns Level aus Hälfte eins halten kann. Genau das lieferten die Mädels um Captain Katha Kreklau auch und hielten die Gäste stets bei 15 Punkten oder weniger pro Viertel. Lediglich Rebekka Jäger zeigte immer wieder, was sie kann und war phasenweise nicht zu kontrollieren. Im Schwabacher Angriff tat man sich weiter schwer gegen die klasse Ballraumverteidigung der Würzburger Mannschaft. Es war wenig Platz unter dem Korb und die Würfe wollten nicht fallen, vielleicht auch, weil man in der Verteidigung viel investierte. Trotzdem konnte die Führung gehalten werden und man ging mit 43:37 in den Schlussabschnitt.

Jetzt kam die Stunde von Jäger, die schwierige Würfe traf und so ihr Team fast im Alleingang in Führung brachte. Am Ende stoppte Würzburg sich auch selbst durch ein unsportliches Foul im Fastbreak und zwei Offensivfouls, die gleichzeitig Ballverluste bedeuteten. Katha Kreklau steuerte noch zwei wichtige Feldkörbe bei, die auch den Ausgleich brachten. Jetzt foulten die Gäste und es war die Frage, ob die Mädels aus der Goldschlägerstadt, die in dieser Saison schon oft knappe Spiele bestritten hatten, die Nerven behalten würden. Sara Hansel konnte vier ihrer sechs Freiwürfe verwandeln und Kerstin Clauß steuerte noch einen aus zwei bei. Gleichzeitig konnte Theresa Heinz mit zwei Offensivrebounds den Deckel auf das Spiel machen. Endstand 55:51 und die Halle feierte ihre Helden.

Wenn man ein Drehbuch zu diesem Spiel aus Sicht der Gastgeber hätte schreiben können, hätte es wohl so oder so ähnlich ausgesehen. Irre Stimmung, ein tolles und spannendes Spiel mit dem glücklicheren Ende für Schwabach. Damit ist Platz zwei in der Tasche und das Aufstiegsrecht gesichert. Jede Spielerin konnte ihren Beitrag leisten und bekam Minuten auf dem Feld. Egal ob Diana Fett, die ihre beste Leistung jemals aufs Feld zaubern und damit ihre Kolleginnen Theresa Heinz und Katha Kreklau entlasten konnte, die in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernahmen und sich nicht versteckten, oder Kerstin Wägner, die bis auf zwei kurze Pausen das Spiel kontrollierte und beruhigte, wenn es nötig war. Auch Kerstin Clauß, die stark verteidigte und zweitligaerfahrene Kräfte praktisch ausschalten konnte oder Julia Gentsch, die mit 16 Jahren fünf Punkte beisteuern konnte. Die "Kleinen" Sabo und Linni, die Minuten bekamen und Erfahrung sammeln konnten, was in deren Alter alles andere als normal ist. Das beeindruckende ist eigentlich, dass es kaum auffällt, dass da zwei Spielerinnen mit 15 bzw. 14 Jahren in der Regionalliga auflaufen. Nicht zu vergessen noch Miri, die nach ihrer Verletzung wieder dabei war und die Rotation entscheidend erweitert hat, da sie mit ihren mittlerweile 18 Jahren wohl bei uns nicht mehr zur Jugend zählt und damit wieder mehr Stabilität als beim Pokal möglich machte. Unsere Sara, die die Nerven behalten hat und die spielentscheidenden Freiwürfe am Ende cool versenkte. Ein dickes Danke auch an Yannick und Anna, die ihrem Coach und dem Team den Rücken gestärkt und ihren vielleicht für viele unsichtbaren Teil dazu beigetragen haben!

Wir möchten ausdrücklich nochmal allen Helfern in unserem Umfeld danken und den Zuschauern, die mit uns diesen einmaligen Moment erlebt und sich mit uns gefreut haben!

Es spielten: Theresa Heinz (13 Punkte), Kerstin Wägner (12), Diana Fett (10), Katha Kreklau (10), Julia Gentsch (5), Sara Hansel (4), Kerstin Clauß (1), Linni Przybille, Miri Schlüter und Sabo Strobel

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