Topbesetzte Schwabinger fegen Passau aus der Halle

passauEs war das erste Heimspiel der Regionalligamannschaft des TV Passau – Basketball in der städtischen Mehrfachhalle seit März dieses Jahres. Und es war das  erste Saisonspiel der Herren gegen den Aufsteiger aus der Bayernliga Süd – MTSV München Schwabing II. Die Mannschaft, die den jungen, leistungsmäßigen Unterbau für das 1. – Regionalligateam der Hauptstädter bildet und die Nachwuchsbundesligamannschaft der IBAM (Internationale Basketball Akademie München) darstellte, trat am frühen Sonntagnachmittag in der Dreiflüssestadt an. Wie erwartet war es ein schnelles, sehenswertes Auftaktmatch, vor allem drei Viertel lang. Der Endstand von 64:100 spiegelt wider, dass die jungen Hauptstädter den Heimischen in Sachen Kondition, flinke Finger, Reboundarbeit, Intensivität, Körperlichkeit und Konzentration in dieser frühen Phase der Saison um Einiges voraus waren, vor allem, je länger das Spiel dauerte. Pech für Passau, aber in dieser Top - Besetzung werden die Hauptstädter nicht oft spielen, wenn NBBL und 1. Regio gleichzeitig laufen.

 

Die Begegnung stand unter eigenartigen Voraussetzungen:  Auf der einen Seite die Wolves, die nicht vollzählig antreten konnten, auf der anderen eine in Vollbesetzung antretende Schwabinger Truppe mit dem Hünen und Juniorennationalspieler Bent Leuchten, die Größenvorteile hatte. Der Einstand des neuen Wolves - Trainers Manuel Eggs musste verschoben werden, er war kurzfristig verhindert. Kapitän Alexander Herbort sprang ein und coachte von der Seitenlinie bzw. aus dem Spiel heraus. Auch Shooting Guard Maximilian Gentner laboriert noch an einer Muskelverletzung, Lion Gorgas hat eine Verletzung an der Hand, der neue Center Frano Bilandzjia war auch nicht einsatzbereit und  Benjamin Maier war ebenso verhindert, alle vier konnten nicht auflaufen. Somit waren die Möglichkeiten am Brett und aus der Distanz von vorne herein begrenzter. Ivan Babic lieferte sein erstes Match für die Wolves. Die Passauer waren in einigen Phasen des Spiels gut dabei und zeigten auch sehenswerte Aktionen, Ballstaffetten und schön heraus gespielte Wurfchancen, aber 11 Dreier für München, 2 nur für Passau, eine Freiwurfquote von unter 50%, das sagt viel aus. Man traf halt nicht von weiter weg und von der Freiwurflinie. Gegen Ende ließen die Kräfte nach und die klare Niederlage war besiegelt.

Es begann auf beiden Seiten couragiert, Julian Großmann ackerte in der Defensive bekannt quirlig und brachte – auch unter gehöriger Bedrängung – die Bälle nach vorne, Passau gab sich in den ersten Minuten kampfbereit. Man führte schnell 6:0. Doch während im Laufe des Startviertels die Bälle schön heraus gespielter Passauer Würfe vom Ring heruntertanzten, netzten die Gäste auch aus der Distanz ein. Nur „Oldie“ Brian Morris wusste mit sechs Punkten Akzente zu setzen. Ein 14:25 – Rückstand schon nach 10 Spielminuten. Schwer zu spielen auch die über zwei Meter großen und wuchtigen Brettspieler Alexandar Szymczyc und Nationalspieler Bent Leuchten, die im Post Up und im defensiven Rebound Vorteile hatten. Die Wolves auf dem Boden der Tatsachen (1. Viertel 14:25).

Dann wollten es die Dreiflüssestädter noch einmal wissen. Mit Elan und Kampfgeist wurde versucht, heran zu kommen. Auch defensiv konnte man sich steigern und den Gegner durch die Zonenverteidigung eingrenzen. Die Wölfe zeigten gutes Teamplay, was zu vielen offenen Würfen führte, die vor allem Lukas Bierling gut nutzen konnte. Doch der Erfolg stellte sich nur begrenzt ein, weil die Schwabinger immer wieder aus der Dreierdistanz eine größere Aufholjagd verhindern konnten. Immerhin konnte dieser Abschnitt knapp mit 21:20 geholt werden (Halbzeit 35:45).

Passau spielte weiter organisiert und mit Einsatz, aber nun zeigte sich, dass München noch eine Schippe drauf legen konnte. Kapitän Alexander Herbort und Lukas Bierling versuchten alles, um im Rebounding dagegen zu halten. Allein der Gästespieler Emilis Butkus lief jetzt heiß und schoss die Wolves mit 13 Punkten in diesem Viertel ab Stand nach drei Vierteln 45:68 (3. Viertel 10:23).

Knappe drei Minuten im Schlussviertel konnten die TV`ler noch einmal aufspielen, als die Schwabinger Centerriege auf der Bank saß. Zehn schnelle Punkte, darunter sechs von Henry Stamer konnten verkürzen, doch gleich kamen die „Großen“ der Hauptstädter zurück und stellten die Sache richtig. Der Rest war Ausklang und Schaulaufen. Zum Schluss ging den Wölfen dann die Luft aus, man kassierte viele Fastbreaks, viele kraftraubende Einzelaktionen zogen Energie und defensiv war man nicht nahe genug am Mann, was die Schwabinger durch gutes Teamplay eiskalt bestraften. Der Heimmannschaft war der Frust schon etwas anzumerken. Der Endstand wurde auf 64:100 korrigiert (4.Viertel 19:32).

Der Tabellenstand ist nach einem Spieltag eher unwichtig. Jetzt gilt es, die Verletzten nach ihrer Genesung einzubinden und die anstehenden Spiele kraftvoll anzugehen. Nächste Woche hat das Passauer Team spielfrei und dann kommen die Woche darauf (am Sonntag, den 18.10.20) die Dachau Spurs in die Dreiflüssestadt, ein eigentlich bekannt schweres Kaliber. Die Oberbayern haben aber ihr erstes Spiel auch mit einer Klatsche (73:110) beim TV Augsburg abgeben müssen.

Spieler-Trainer Alex Herbort nach dem Spiel: „Die Niederlage fällt für uns zu hoch aus, das ist klar. Wir konnten anfangs gut dagegen halten, taten uns dann aber schwer, das Tempo des Gegners mitzugehen. Die Coaching Situation hat es sicher auch nicht einfacher gemacht, man hat das Fehlen von Manuel Eggs klar gemerkt. Die nächsten zwei Wochen bis zum Spiel gegen Dachau werden wichtig sein, um sowohl taktisch als auch vom Fitnesslevel auf ein höheres Niveau zu kommen. Ich bin dennoch überzeugt, dass wir in dieser Liga eine gute Saison hinlegen werden.“

Spieler Passau: Henry Stamer 17, Brian Morris 13, Lukas Bierling 10, Alexander Herbort 8, Jan – Erik Taubmann 7, Ivan Babic 4, Lorenz Dupper 3, Cornelius Ferber 2, Julian Großmann.

 

Zweistellige Schwabinger: Emilis Butkus 18, Jonas März 15, Ivan Borissov 13, Bent Leuchten 11.

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