78:79 - Spurs nah dran an der Überraschung

Es wäre der Paukenschlag des 18. Spieltags in der 2. Regionalliga Süd der Basketballer gewesen. Doch nach einem flotten, hochklassigen Spiel zogen die Dachau Spurs bei Spitzenreiter FC Bayern München III hauchdünn mit 78:79 (41:35) den Kürzeren. Kein Grund sich zu grämen, fanden 1865-Trainer und -Mannschaft nachher unisono. Denn die Spurs hatten eine famose Vorstellung abgeliefert.


Die 1865-Korbjäger waren als klarer Außenseiter ins funkelnagelneue Nachwuchsleistungszentrum an der Ingolstädter Straße gefahren. Der FC Bayern Campus auf rund 30 Hektar beeindruckte die 1865er. „Das ist natürlich eine tolle Anlage und Halle“, fand nicht nur Coach Werner Mühling. Seine Mannschaft ließ sich vom Ambiente eher motivieren als abschrecken und bot dem hohen Favoriten ein Duell auf Augenhöhe.
„Besonders in der Verteidigung haben wir sehr gut gearbeitet, die ganze Mannschaft hat großen Einsatz gezeigt“, lobte Mühling. So konnten sich die jungen Bayern bei weitem nicht so entfalten wie normalerweise. Auch auf der anderen Seite des Spielfeldes waren die 1865er hochkonzentriert. Karol Firek und Flo Widmann leisteten sich im Spielaufbau kaum Nachlässigkeiten und ließen sich von der druckvollen Defensive der Bayern-Guards nicht aus dem Konzept bringen.

Dachau punktete, angetrieben vom stark verbesserten Corni Glück (vier Dreier!), aus dem Rückraum, oder setzte den langen Milan Keser korbnah ein, der seine Erfahrung gegen die Bayern-Jungspunde in die Waagschale warf und sich immer wieder durchsetzte.
Die Dachauer Pausenführung mutete zwar sensationell an, war aber nicht unverdient.

Und diese Führung gaben die Spurs im dritten Viertel kein einziges Mal, führten vor dem Schlussabschnitt nach wie vor (59:57). Eine Überraschung lag in der Luft. Erst drei Minuten vor Schluss konnten die kämpfenden Münchner erstmals seit den Anfangsminuten wieder in Führung gehen. Die größere Physis der unter Profibedingungen trainierenden Gastgeber schien den Ausschlag zu geben. Doch es wurde eine Zitterpartie.

Mit drei Köärben hielt zunächst Milan Keser sein Team in Schlagdistanz, und als Corni Glück mit einem erneuten Dreipunktetreffer auf zwei Punkte Rückstand verkürzte (76:78) und ein Bayern-Youngster nach einem taktischen 1865-Foul Sekunden vor dem Ende den zweiten Freiwurf danebensetzte, bekam Dachau noch einmal die Chance zum Ausgleich. Denn Matheus Holderer de Vasconcelos angelt sich nach einem Dreipunktefehlversuch eines Mitspielers den Offensivrebound. 0,5 Sekunden vor der Schlusssirene wird der Brasilianer beim erfolgreichen Korbversuch gefoult, kann mit dem Bonus-Freiwurf ausgleichen, die Verlängerung erzwingen. Doch der 26-Jährige setzt den Ball an die hintere Ringkante, von wo das Leder ins Feld zurückprallt, das Spiel ist aus.


Einen Vorwurf wollte hinterher natürlich niemand dem Unglücksraben machen, der ja sein Team mit der grandios getimten vorangehenden Aktion noch einmal ins Spiel gebracht hatte. Und der Ärger über die verpasste Chance wich schnell der Genugtuung, den Topfavoriten der Liga Paroli geboten und ordentlich geärgert zu haben.

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