Tropics gewinnen in Treuchtlingen – Thriller-Sieg in Overtime

Oberhaching neuAls Tim Eisenberger, der überragende Spieler der Gastgeber, seine Mannschaft kurz vor Ende der Verlängerung per Dreier mit 77:76 in Führung brachte, wehte ein spezieller „Windhauch“ bzw. „Flow“, wie es VFL Trainer Harlander gerne formuliert, durch die Halle. Von den Dezibel her war es wohl eher ein satter Sturm. Alle Treuchtlinger Fans schrien aus einer Seele, der Korb wurde plötzlich größer und das schien sich auf das Spielfeld zu übertragen. Das Momentum war nun eindeutig auf Seiten der Mittelfranken und für die Tropics galt es nun Nerven zu bewahren.

Mit einem perfekt herausgespielten Spielzug brachten die Oberhachinger ihren Shooter Torsten Walter in eine gute Wurfposition. Der kühle Blonde versenkte eiskalt und ohne Ringberührung den Mitteldistanzwurf und brachte sein Team mit 77:78 in Front. Treuchtlingens Kapitän Stefan Schmoll verlegte im Gegenzug. Die Gelbhemden sicherten sich den Rebound und der alles überragende John Boyer versenkte anschließend beide Freiwürfe zur endgültigen Entscheidung. Der Hexenkessel in der Senefelder-Schule stand komplett unter Schock und in der Halle war nur der große Oberhachinger Jubel zu hören. In einem wahren Basketball-Thriller, der keinen Verlierer verdient hat, behielten die Tropics am Ende glücklich aber auch nicht unverdient die Oberhand.

Die Truppe um Kapitän Moritz Wohlers fand gut ins Spiel und setzte die Vorgaben von Trainerteam Matic/Rank perfekt um. In der Offenive zog man konsequent zum Korb und auch in der Defense stand man gut. Während Walter und Hustert den Starspieler Tim Eisenberger müde spielten, rackerten Grujic & Co wie verbissen um jeden Centimeter in der Zone. Ein Sonderlob verdiente sich auch Jugendspieler Jakob Stolte der in dieser Phase wichtige Entlastung von der Bank brachte. Bis Mitte des zweiten Viertels wechselte die Führung häufig und es entwickelte sich eine hochklassige Regionalligapartie. Die Tropics änderten nun die Verteidigungsstrategie und konnten ihrerseits durch Punkte von Ognjen Zoric einen kleinen Lauf starten und bis zum Pausenpfiff den Rückstand auf neun Punkte (33-42) verkürzen.

In der zweiten Halbzeit blieben die Tropics in Ihrer äußerst unkonventionellen Verteidigungsform und brachten die offensivstarken Mittelfranken damit völlig aus dem Konzept. Dank einer bärenstarken Abwehrarbeit zwang man Geiselsöder & Co zu insgesamt 22 Turnovern und verteidigte wie von einem anderen Stern. Angetrieben vom überragenden John Boyer verkürzte man Punkt um Punkt und sorgte für große Verunsicherung beim VFL.

Zum Ende der regulären Spielzeit hatten die Tropics bei einer zwei Punkte Führung 20 Sekunden vor Schluss einen Vorteil. Ein unnötiges unsportliches Foul sorgte für den Ausgleich und die Gastgeber hatten zudem sogar noch die Chance mit dem letzten Angriff den Sieg zu sichern. Doch sieben Sekunden vor Schluss war es Torsten Walter, der ein Hammerspiel ablieferte, der seine Mannschaft mit einem unglaublichen Steal plötzlich in Ballbesitz und in Siegchance brachte. Der Wurf ging daneben und erst in der Verlängerung wurde das Spiel wie Anfangs bereits ausführlich beschrieben in einem wahren Krimi entschieden.

Trainer Mario Matic: „Respekt an Trainer Harlander und Treuchtlingen. Dass Peter Zeis, der hoffentlich bald wieder fit wird, nicht spielen konnte hat uns sicherlich in die Karten gespielt. So ein Spiel hat eigentlich keinen Verlierer verdient. Kompliment an mein komplettes Team. Wir haben immer an uns geglaubt und großen Charakter bewiesen heute. Ich möchte anmerken, dass sowohl Harli als auch die Spieler des VFL faire Verlierer waren und uns zum Sieg gratuliert haben so wie es sich im Sport gehört. Unser Vorteil in dem Spiel war unsere tiefere Rotation. Die Gastgeber haben im Endeffekt fast mit fünf Leuten durchgespielt, während wir immer wieder frische Leute von der Bank bringen konnten. Für uns gilt der Fokus bereits auf das kommende Spiel gegen Vilsbiburg.“

Leo Emmert (Nördlinger Basketballikone und als Zuschauer in der Halle) : „ Ich habe bereits im zweiten Viertel gesagt, wenn es Oberhaching schafft den Abstand bis zur Halbzeit zu verkürzen werden Sie das Spiel gewinnen. Ein großes Lob an Bene Loder und seinen Schiedsrichterkollegen. Nicht ohne Grund wird Loder auch von der BBL beobachtet und wird seinen Weg gehen. Sie haben wirklich sehr souverän gepfiffen. Ich persönlich war auch gespannt auf unseren Ex-Spieler Robin Seeberger. Aber er durfte auch in Abwesenheit von Zeis nur einige Minuten aufs Feld. Kompliment an Mario und sein Team. Gemeinsam hatten wir in Nördlingen viele solche Schlachten gewonnen und genau wie Tropics hohe Rückstande aufgeholt.“

Punkteverteilung: Boyer 27, Walter 12, Zoric 11, Pethran 9, Wohlers 8, Hustert 7, Grujic 4, Nibler 2, Stolte

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