Spurs-Spiel gegen Augsburg auf der Kippe, Sieg aber nicht

Es war nicht zu fassen. Rund drei Stunden vor dem angesetzten Spieltermin meldete sich am späten Mittwochnachmittag Markus Mosig, der Trainer des TV Augsburg: Einer seiner Spieler sei gerade positiv auf Corona getestet worden. Was jetzt? Das Spiel der 2. Regionalliga beim TSV Dachau 1865 stand auf der Kippe. Eine Stunde später – nach fieberhaftem Hin und Her zwischen Augsburger und Dachauer Verantwortlichen, Schiedsrichtern, Liga-Spielleiter und sogar dem Sportlichen Leiter der RLSO – stand fest: Alle wollten spielen. Also wurde gespielt, und wie: In einem sehenswerten Schlagabtausch siegten die Dachau Spurs mit 92:78 (47:37) gegen die Schwaben.

Mit einem Spieler weniger traten also die Augsburger an – hatten dafür aber US-Amerikaner Daniel McGee dabei. Der 31-jährige Spielmacher aus Indiana, zuletzt in Bad Aibling unter Vertrag, zog in der Jahnhalle eine große Show ab. Der wieselflinke 1,86-Meter-Mann entwischte immer wieder seinen Bewachern, setzte seine Mitspieler ein, oder punktete selbst: Am Ende standen 34 Punkte und vier „Dreier“ für ihn zu Buche.
Doch ein McGee allein reichte an diesem Abend nicht aus, die Spurs zu bezwingen, die auf Wiedergutmachung für die Hinspielniederlage brannten. „Unser Energielevel war heute überragend, gerade für ein Spiel spätabends“, nannte Spurs-Coach Igor Jurakic einen der Gründen, warum das junge Dachauer Kollektiv letztlich die Oberhand behielt. „In der Verteidigung haben wir super gearbeitet und im Laufe des Spiels auch den Amerikaner besser in den Griff bekommen“, fand der Dachauer Trainer.

Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel drehten die Spurs in den zweiten zehn Minuten auf und setzten sich dank eines 21:2-Laufs von 23:24 auf 44:26 ab. Die Augsburger gaben jedoch nie auf, arbeiteten sich in der Folge immer wieder heran, meist durch Zwischenspurts ihres US-Mannes McGee.
Richtig eng wurde es aber nur Mitte des dritten Viertels (60:58/37.). Doch die 1865er hatten stets die richtigen Antworten, in diesem Fall sorgten Manu Prediger und Sebastian Wolf schnell wieder für eine beruhigende 69:60-Führung zur letzten Viertelpause. Der lange Wolf war überhaupt einer der besten 65er an diesem Abend, ackerte vorne wie hinten unter den Körben für zwei. Dabei war nach einer Rückenverletzung vergangene Woche im Training auch hinter seinem Einsatz ein großes Fragezeichen gestanden.

Dachau Spurs – TV Augsburg 92:78 (23:20/47:37/69:60)
Spurs: Manu Prediger 16, Sebastian Wolf 15, Alex Frey 15 (3), Thibaut Munier 13 (3), Erik Wester 11 (3), Paul Bruch 9 (1), Steffen Haberland 8 (2), Philipp Spitzenpfeil 4.

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