Spurs-Häuflein verkauft seine Haut teuer

Spurs-Häuflein verkauft seine Haut teuer

Mit dem allerletzten Aufgebot traten die Dachau Spurs an der Morawitzkystraße in München an und verloren beim MTSV Schwabing mehr als achtbar mit 80:91 (40:58). Denn die beiden Basketballteams traten unter höchst ungleichen Voraussetzungen zu diesem Derby in der 2. Regionalliga an. Die Münchner setzten nicht nur vier Akteure aus der eine Liga höher spielenden ersten Mannschaft ein, die dort in den Playoffs zur Pro B stehen, sondern sogar einen ehemaligen Profi.

Ganz anders die personellen Voraussetzungen bei den Dachauern: Angesichts von inzwischen fünf aktuellen Corona-Fällen und einer langen Verletztenliste blieben Coach Igor Jurakic nurmehr vier Spieler übrig – er musste mit einem Trio aus der zweiten Mannschaft den Kader auffüllen.

So sah sich das notdürftig zusammengestellte, siebenköpfige Spurs-Häuflein zwölf Schwabingern gegenüber, die im Prinzip eine Erste Fünf von 1.Regionalliga-Spielern aufbot. Unter den Startern des MTSV tauchte überraschend auch Jermaine Julian Lippert auf: Der Einsatz des 32-jährigen, 2,03 Meter großen Modellathleten überraschte die Dachauer einigermaßen: „Als ich gesehen habe, dass Julian dabei ist, habe ich, ehrlich gesagt, unsere ohnehin kleinen Siegchancen noch mehr schwinden sehen“, räumte nach dem Spiel Igor Jurakic ein.

Sein Team verkaufte sich allerdings teuer in Schwabing: Die athletische Unterlegenheit machten die 65er zunächst mit Spielwitz und hoher Treffsicherheit wett. Es entwickelte sich ein völlig offenes Spiel. Bis zur 17. Spielminute. Denn in den 180 Sekunden vor der Halbzeitpause leisteten sich die Spurs einen kollektiven Blackout. Ein ums andere Mal verloren sie nun den Ball gegen die übers ganze Feld anpressenden Schwabinger, verzettelten sich immer wieder bei Dribblings oder verloren den Ball mit halbherzig ausgeführten Pässen – die Gastgeber legten in diesen drei Minuten einen rekordverdächtigen 18:0-Lauf hin und waren zur Halbzeitpause plötzlich außer Reichweite (40:58).

Zehn Spielminuten später sah die Welt für die Spurs dann schon wieder wesentlich freundlicher aus, sie hatten sich tatsächlich wieder auf fünf Punkte herangearbeitet (62:67). Die Ballverluste wurden nun deutlich minimiert.  Und vorne wurden die Angriffe mit hochprozentigen Abschlüssen vor allem unter dem Korb zu Ende gebracht.
Doch als es schien, als ob die Gäste eine Überraschung schaffen könnten, übernahm Lippert wieder das Kommando auf dem Feld. Mit unwiderstehlichem Zug zum Korb und einer perfekten Quote von hinter der Dreipunktelinie bescherte der frühere Pro A-Spieler seinem Team quasi im Alleingang wieder eine beruhigende Führung (77:66/34.).

In der Folge schafften es die Spurs zwar nicht mehr, den Rückstand einstellig zu gestalten, hatten ihre Haut aber teuer verkauft. Geradezu ins Schwärmen geriet ihr Coach angesichts der Leistung der drei Spieler aus der Zweiten, die sich auf weitere Minuten in der 2. Regionalliga freuen dürfen: „Ich habe Valentin Wirth, Simon Hagitte und Johannes Schwarz gleich für unser nächstes Spiel engagiert!“ Das ist am kommenden Donnerstag das Nachholspiel bei München Basket. Da hängen die Trauben allerdings mindestens genauso hoch: Die Münchner sind mit 9:1 Siegen Tabellenzweiter.
Stenogramm:

Spurs: Alex Frey 16 (4), Steffen Haberland 15 (1), Bojan Stojanovic 14, Thibaut Munier 13 (2), Johannes Schwarz 10, Simon Hagitte 8, Valentin Wirth 4.

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