Dachau Spurs nach Sieg gegen White Wolves Vizemeister

Ein Viertel lang sah es nach einem Spaziergang für die Dachau Spurs aus. Doch am Ende mussten die Basketballer des TSV 1865 alles in die Waagschale werfen, um gegen das Schlusslicht nicht noch die Vizemeisterschaft in der 2. Regionalliga zu verspielen. Um letztlich mit 88:80 gegen Passau zu gewinnen, bedurfte es aus Spurs-Sicht schon eines gewaltigen Kraftakts – und eines Matchwinners.

10:2, 17:7 und nach zehn Minuten 25:13 – die Dachau Spurs starteten souverän in das für sie letzte Spiel der Saison und schienen sich der Aufgabe gegen die White Wolves locker entledigen zu können. Die Niederbayern waren nur zu sechst angetreten und fanden zunächst weder in der Offensive noch in der Defensive Mittel, während besonders Dachaus Rückraumspieler um den starken Alex Frey – er sammelte allein in diesem ersten Viertel zwölf Punkte – nach Belieben schalten und walten konnten.

Doch es wurde nichts aus dem lockeren Aufgalopp. Denn das Auftaktviertel hatte zur Folge, dass einige 65er in der Folge die Zügel schleifen ließen: In der Verteidigung behalfen sich die Dachauer nun immer häufiger mit Fouls gegen die konsequent zum Korb ziehenden Passauer, die von den Schiedsrichter ein ums andere Mal an die Freiwurflinie geschickt wurden. Und so wie die Schützlinge von Trainer Igor Jurakic hinten nachließen, lief auch vor dem gegnerischen Korb nicht mehr viel zusammen. „Unsere Abschlüsse sind schlecht vorbereitet, jeder wirft aus allen Lagen. Da ist es kein Wunder, dass nichts reingeht“, ärgerte sich Jurakic in der Halbzeitpause. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel wieder völlig ausgeglichen (37:37).

Und die 1865er kamen zwar deutlich konzentrierter aus der Kabine zurück, doch die White Wolves hatten inzwischen Blut geleckt und witterten längst ihre Chance, an diesem Abend in Dachau für eine faustdicke Sensation sorgen zu können. Besonders die erfahrenen Guards Lion Gorgas und Brian Morris (jeweils 22 Punkte) nutzten nun entschlossen jede Wurfmöglichkeit und jede Eins-gegen-eins-Option.
Als das entscheidende Schlussviertel begann und sich die Gäste viertelübergreifend mit einem 11:0-Zwischenspurt gar erstmals absetzten (67:59), schwante dem einen oder anderen der auch angesichts des versprochenen Freibiers zahlreich erschienenen Spurs-Fans Übles.

Sollten die 1865-Basketballer am Ende gegen den Tabellenletzten noch die Vizemeisterschaft verspielen? Die Blamage vor Augen, zeigten die Spurs jedoch wieder einmal Charakter. Ein kleiner Ruck ging durch die Mannschaft, nun wurde plötzlich um jeden Ball gekämpft, wurden die Niederbayern zu Fehlern und schlechten Abschlüssen gezwungen. Und tatsächlich holten sich die Hausherrn zur großen Freude der Fans das Momentum zurück, das sie nach dem ersten Viertel verloren hatten.

Als dann Scharfschütze Erik Wester dreimal nacheinander von hinter der Dreipunktelinie Maß nimmt und das Leder dreimal versenkt, drehen die 1865er dieses Spiel endgültig. Die Halle steht kopf. Wester setzt dem hart erkämpften Sieg noch das Sahnehäubchen auf und trifft schließlich mit der Schlusssirene vom Mittelkreis in den Korb – jetzt kann die Siegerparty in der Jahnhalle steigen. Gefeiert werden darf auch die Vizemeisterschaft in der 2. Regionalliga, denn Dachau ist jetzt nicht mehr einzuholen.
„Das wäre heute schon sehr ärgerlich gewesen, wenn wir noch Platz zwei verspielt hätten“, fand Igor Jurakic. „Aber ich habe eigentlich schon erwartet, dass es ein enges Spiel werden würde, für die Passauer geht es noch um viel. Klasse, wie wir das noch gedreht haben!“

Spurs: Alex Frey 20 (4), Erik Wester 18 (5), Sebastian Wolf 15, Manu Prediger 13 (3), Thibaut Munier 6, Corni Glück 6, Sam Scheurich 5 (1), Tassilo Matthes 3, Bojan Stojanovic 2, Valentin Wirth, Flo Widmann

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