Zweites Viertel macht Dachau Spurs den Garaus

Er nahm Auszeiten, stellte das System in der Verteidigung um, wurde laut, wechselte Spieler blockweise aus – Spurs-Coach Igor Jurakic versuchte alles, sein Team in Wolnzach auf die Erfolgsspur zu bringen. Vergeblich. Die 1865-Basketballer unterlagen dem dortigen TSV mit 68:77 (33:44).

Bis zur 15. Minute sahen die rund 100 Zuschauer in der Halle des Hallertaugymnasiums – darunter ein Dutzend Dachauer Fans – ein absolut ausgeglichenes Spiel. Keines der Teams konnte sich großartig Vorteile erarbeiten, beim Stand von 28:28 richtete sich der Betrachter auf ein enges, spannendes Match ein, das womöglich erst in den Schlusssequenzen entschieden werden würde.

Es sollte anders kommen. Mit einer Serie von relativ unbedrängten Dreipunktewürfen starteten die Wolnzacher einen 16:2-Lauf, von dem sich die Dachauer nicht mehr erholen sollten. Mit der Brechstange versuchten die Gäste in der Offensive den Lauf zu stoppen, verloren aber ein ums andere Mal den Ball gegen die kantige Defensive der Hausherrn oder setzen schlecht vorbereitete Würfe daneben. Jurakic ging sogar den ungewöhnlichen Schritt und wechselte alle fünf Feldspieler aus, um den Lauf zu stoppen – selbst diese radikale Maßnahme half nichts.

Ihren Saisoneinstand hatten sich sicherlich auch Rückkehrer Corni Glück und Urlaubsrückkehrer Sam Scheurich anders vorgestellt. Die beiden Guards ackerten, aber ihnen war natürlich die lange Pause und fehlende Wettkampfpraxis anzusehen.

Bei den 1865ern wollte einfach an diesem Tag insgesamt weniger als sonst zusammenlaufen. Zumindest in der Offensive. In der Defensive stellten Coach Igor Jurakic und sein Assistent Martin Wimmer nach der Pause von Mann- auf Zonenverteidigung um, erfolgreich. Denn die Gastgeber taten sich nun deutlich schwerer, zu gut herausgespielten Abschlüssen zu kommen, brachten etwa im dritten Viertel nur 12 Zähler zustande. Dass ihr Vorsprung vor der letzten Viertelpause immer noch zweistellig war, lag an der “Pleiten-Pech-und-Pannen”-Offensive der Spurs. Dass sich die 1865er überhaupt noch in Reichweite befanden, lag an einigen Dreipunktetreffern von Erik Wester, Sam Scheurich und Tassilo Matthes.

Die Spurs weigerten sich allerdings, vorzeitig aufzugeben, waren dank zweier erneuter Dreipunktetreffer von Erik Wester und einem korbnahen Abschluss von Dario Crnaric plötzlich 90 Sekunden vor dem Ende in Schlagdistanz – 62:67! Doch es endete für Dachau beinahe symptomatisch für den gesamten Spielverlauf: Zwei vergebene Freiwürfe, ein Ballverlust, das fünfte Foul zweiter Leistungsträger, zwei Fahrkarten von der Dreipunktelinie - und die Wolnzacher konnten den Erfolg doch noch relativ souverän eintüten. Es war einfach nicht der Tag der Spurs.

TSV Wolnzach – Dachau Spurs 77:68 (21:20/44:33/56:46)

Spurs: Erik Wester 17 (5), Manu Prediger 12, Alex Frey 6, Tassilo Matthes 5 (1), Steffen Haberland 5 (1), Bojan Stojanovic 5 (1), Sam Scheurich 5 (1), Dario Crnaric 4, Sebastian Wolf 4, Paul Bruch und Daniel Bekel.

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