Spurs verlieren gegen junge Schwabinger

Es kam, wie es kommen musste: Die Dachau Spurs verloren das Derby, das sie eigentlich gar nicht spielen wollten, gegen den MTSV Schwabing mit 90:95 (49:49). Im Geisterspiel vor leeren Rängen in der Jahnhalle wollte keine rechte Stimmung aufkommen, obwohl sich die Teams einen höchst unterhaltsamen Schlagabtausch lieferten, der letztlich durch ein schwaches drittes Viertel der Spurs frühzeitig entschieden war.

Sämtliche Spiele am Wochenende in der 2. Regionalliga Süd waren von den Vereinen im Vorfeld abgesagt worden. Angesichts der hohen Corona-Zahlen und der damit verbundenen Auflagen wie die 2Gplus-Regel hatte die RLSO mitgeteilt, Spielverlegungen wohlwollend zu behandeln. Sämtliche Spiele bis auf dieses in Dachau. Denn hier hatte der Gegner seine Zustimmung verweigert, woraufhin die Spielleitung zugunsten der Schwabinger auf Spieldurchführung entschieden hatte.

Alle Beteiligten wurden vor dem Spiel getestet, egal ob Spieler, Coaches, Kampfgericht oder Schiedsrichter. Gut, eigentlich nur die Spieler aus Dachau. Denn die Münchner traten mit einer Ausnahme durchweg mit Spielern der beiden Jugendbundesliga-Teams an – die als Schüler ja weder geimpft noch getestet werden müssen, um mitmachen zu dürfen. So trat Schwabing in starker Besetzung an, während Dachau wieder einmal auf die komplette lange Garde verzichten musste.

Deshalb hatte Spurs-Trainer in der Vorbesprechung die Marschrichtung vorgegeben, den Korb bevorzugt aus der Distanz ins Visier zu nehmen: „Wenn wir einen gut herausgespielten Dreier nehmen können, dann überlegen wir nicht lange, sondern nehmen den Wurf!“ hatte der 1865-Trainer als Devise ausgegeben.

Das setzte seine Mannschaft prompt in die Tat um. Selten hat man so viele Wurfversuche der Dachauer hinter der Dreipunktelinie gesehen wie in diesem Spiel. Am Ende hatten die Spurs 13 Dreier eingenetzt. Das ist das Positive. Die Kehrseite der Medaille war allerdings, dass es mit der Zielgenauigkeit der Gastgeber in einigen Phasen des Spiels nicht sehr weit her war. Die schlechteste Phase hatten die Spurs im dritten Viertel. Und das sollte Folgen haben. Denn während den Dachauern so zwischen der 20. und der 30. Minute nur 13 Punkte gelangen, machten die beeindruckend treffsicheren jungen Schwabinger deren 30.

In der Verteidigung machte die Spurs dabei eigentlich keine schlechte Figur, setzten die Münchner mit einer Zonenverteidigung unter Druck. Doch die athletischen und zugleich ballsicheren Gäste passten den Ball so lange weiter, bis sich ein Freiraum auftat. Und dann wurde hochprozentig überwiegend aus der Distanz abgedrückt.

Von dem 17-Punkte-Rückstand am Ende des dritten Viertels (62:79) sollten sich die Dachau Spurs nicht mehr erholen. „Immerhin haben wir uns nochmal rangekämpft“, lobte Igor Jurakic seine Mannschaft nachher. Der Trainer hatte angesichts der Personalmisere auch wieder selbst das Trikot übergestreift. Doch auch wenn die 1865er den letzten Spielabschnitt mit 28:16 klar für sich entschieden, kam die Aufholjagd letztlich zu spät.

Dachau Spurs – MTSV Schwabing 90:95 (26:28/49:49/62:79)

Spurs: Corni Glück 22 (3), Erik Wester 22 (6), Manu Prediger 17, Steffen Haberland 8 (2), Philipp Spitzenpfeil 5 (1), Sam Scheurich 4, Daniel Bekel 4, Paul Bruch 3, Igor Jurakic 5 (1), Tassilo Matthes.

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