Vorsprung wieder nicht ins Ziel gebracht

In den letzten fünf Spielminuten schien der Korb für die Spurs wie vernagelt. Kein Distanzwurf senkte sich mehr in die Maschen, Korbleger wurden versemmelt, Freiwürfe danebengesetzt. Alles, was die 1865-Basketballer bis dahin gut gemacht hatten, ging nun buchstäblich daneben. So verloren die Mühling-Mannen letztlich doch noch mit 81:85 (45:37) gegen München Basket – mit der Erkenntnis, dass gegen den Tabellenzweiten mehr drin gewesen wäre.


Drei Viertel lang sahen die Zuschauer in der Jahnhalle einen hochklassigen Schlagabtausch. Dabei gehörten die ersten zehn Minuten Caleb Willis, der US-Amerikaner der Spurs sammelte allein elf Punkte, darunter drei Dreier, und war Garant für eine frühe Führung. Dem wollte im zweiten Viertel dann Corni Glück nicht nachstehen und lochte nun ebenfalls dreimal aus großer Entfernung ein, toppte das Viertelergebnis von Willis mit 13 Punkten sogar noch – die 45:38-Halbzeitführung war absolut verdient.

Als dann die Münchner nach dem Seitenwechsel die Taktik umstellten und die Rückraumspieler enger markierten, gaben die Spurs den Ball in der Offensive immer wieder zu Akin Arpac, der sein Heil erfolgreich im „Eins-gegen-Eins“ in Korbnähe suchte. Das dritte Viertel wurde folgerichtig seins: 12 Punkte die Bilanz des Spurs-Forwards. Die Münchner ließen sich jedoch, anders als in der ersten Halbzeit, nicht mehr abschütteln.

Das lag insbesondere am Duell der beiden Spieler mit der Trikotnummer vier: Während bei den Spurs Caleb Willis abbaute, drehte nun Münchens Bester, Nicolas Schwartz, mit jeder Minute mehr auf. Auf dem Weg zum Korb war er, wenn überhaupt, nur mit Fouls zu stoppen. Nicht nur einmal versenkte er nach erfolgreichem Korbleger dazu noch einen Bonus-Freiwurf. Die Spurs kämpften. Doch die Würfe wollten nicht mehr fallen. Ein bisschen Hoffnung keimte noch einmal auf, als Karol Firek es tatsächlich mit beherzter Verteidigung einige Male schaffte, sein Pendant Nicolas Schwartz erfolgreich den Weg zum Korb zu versperren. Als Manu Prediger mit einem Dreier – im Übrigen der einzige Feldkorb der Spurs in den letzten fünf Minuten – auf 81:83 verkürzte, schien wieder alles möglich.

Doch selbst dass die Münchner nur zwei von vier Freiwürfen nach taktischen Fouls verwandelten, konnten die 65er an diesem Abend für sich nutzen. Wie schon im Hinspiel waren die Münchner in den entscheidenden Szenen einfach cleverer. Und hatten in Nicolas Schwartz (27 Punkte) den Matchwinner.

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